
Welche Länder bringen welche und wie viele Erfindungen hervor? Und gibt es einen Zusam-menhang zwischen Anzahl an Erfindungen und Wohlstand?
Schauen wir uns dafür zunächst eine Auswahl an, welche Erfindungen in den letzten Jahrhun-derten von Deutschen gemacht wurden:
| Jahr | Erfindung | Erfinder |
| 1440 | Buchdruck (mit beweglichen Lettern) | Johannes Gutenberg |
| 1493 | Globus | Martin Behaim |
| 1740 | Kuckucksuhr | Franz Ketterer |
| 1817 | Fahrrad (ohne Pedale) | Carl von Drais |
| 1821 | Mundharmonika | Christian Buschmann |
| 1853 | Nahtloser Eisenbahnreifen | Alfred Krupp |
| 1866 | Dynamo | Werner von Siemens |
| 1873 | Jeans | Levi Strauss |
| 1876 | Bakteriologie | Robert Koch |
| 1876 | Kühlschrank | Carl Paul Gottfried von Lind |
| 1881 | Straßenbahn | Werner von Siemens |
| 1882 | Strandkorb | Elfriede Maltzahn |
| 1885 | Motorrad | Gottlieb Daimler |
| 1885 | Automobil | Gottlieb Daimler |
| 1887 | Plattenspieler | Emil Berliner |
| 1890 | Dieselmotor | Rudolf Diesel |
| 1892 | Mundwasser | Karl August Lingner |
| 1894 | Gleitflugzeug | Otto Lilienthal |
| 1894 | Papiertaschentuch | Fa. G. Krum |
| 1895 | Röntgenstrahlung | Wilhelm Conrad Röntgen |
| 1896 | Leitz-Ordner | Louis Leitz |
| 1897 | Kathodenstrahlröhre | Karl Ferdinand Braun |
| 1897 | Kathodenstrahlröhre | Karl Ferdinand Braun |
| 1898 | Luftschiff | Graf Ferdinand von Zeppelin |
| 1899 | Büstenhalter | Christine Hardt |
| 1902 | Trommelwaschmaschine | Louis Krauss |
| 1902 | Zündkerze | Robert Bosch |
| 1903 | Haarshampoo | Hans Schwarzkopf |
| 1903 | Thermosflasche | Reinhold Burger |
| 1907 | Zahnpasta | Ottomar Heinsius von Mayenburg |
| 1908 | Kaffeefilter | Melitta Bentz |
| 1924 | Kleinbildkamera | Oskar Barnack |
| 1928 | Tonbandgerät | Fritz Pfleumer |
| 1929 | Teebeutel | Adolf Rambold |
| 1930 | Fernseher | Manfred von Ardenne |
| 1936 | Düsentriebwerk | Hans von Ohain |
| 1936 | Anti-Blockier-System (Urform) | Fa. Bosch |
| 1936 | Hubschrauber | Heinrich Focke |
| 1938 | Kernspaltung | Otto Hahn |
| 1940 | Kontaktlinse | Heinrich Wöhlk |
| 1949 | Baby-Schnuller | Adolf Müller / Wilhelm Balters |
| 1951 | Scanner | Rudolf Hell |
| 1953 | Schraubstollen (für Fußballschuhe) | Adolf Dassler |
| 1956 | Faxgerät | Rudolf Hell |
| 1958 | Dübel | Artur Fischer |
| 1958 | Mondrakete | Wernher von Braun |
| 1961 | Anti-Baby-Pille | Fa. Schering |
| 1967 | PAL-Farbfernsehsystem | Walter Bruch |
| 1967 | PAL-Farbfernsehsystem | Walter Bruch |
| 1969 | Chipkarte | Jürgen Dethloff / Helmut Gröttrupp |
| 1971 | Airbag | Mercedes-Benz |
| 1972 | Bobby-Car | Ernst Bettag |
| 1973 | Hybridmotor | Fa. Robert Bosch |
| 1987 | MP3-Format | Fraunhofer Institut |
| 1991 | Funkarmbanduhr | Fa. Junghans |
Natürlich hat Levi Strauss die Jeans erst erfunden, nachdem er bereits in die USA ausgewan-dert war. Selbiges gilt für Wernher von Braun und die Mondrakete. Natürlich könnte man dafür Konrad Zuse als Erfinder des Computers und Johann Philipp Reis als Erfinder des Tele-fons aufführen (schließlich funktionierte seines bereits 1859, also lange vor dem von Alexan-der Graham Bell; aber der hat es dann patentieren lassen und einen Weltkonzern damit aufge-baut); aber in beiden Fällen ist die Sachlage nicht so eindeutig, da auch andere Leute zur glei-chen Zeit an ähnlichen oder gleichen Erfindungen gearbeitet und sich teilweise gegenseitig inspiriert haben. Daher haben wir sie hier nicht gelistet, sondern nur mehr oder weniger ein-deutige Fälle aufgenommen.
Ganz eindeutig kann man aus der obigen Auflistung erkennen, dass Deutschland mit seinen Erfindern und Ingenieuren einen sehr großen Beitrag zum technischen Fortschritt der Mensch-heit erbracht hat.
Werfen wir einen weiteren Blick auf das Thema, und zwar einen statistischen.
Unübersehbar ragt die Anzahl der deutschen Patentanmeldungen weit aus denen aller anderen Länder heraus.
Pro Kopf betrachtet liegt die Sache übrigens wie folgt:
| Schweiz | (0,77) |
| Niederlande | (0,43) |
| Finnland | (0,38) |
| Deutschland | (0,3) |
| Schweden | (0,3) |
| Dänemark | (0,26) |
| Belgien | (0,18) |
| Frankreich | (0,13) |
| Großbritannien | (0,08) |
| Italien | (0,07) |
Ein weiterer interessanter Aspekt ist der innerhalb von Deutschland nach Bundesländern getrennt.
Mit 57% der Patentanmeldungen liegen die beiden süddeutschen Länder weit vor dem Rest der Bundesrepublik. Und mit gerade mal 7% liegt der deutsche Osten weit abgeschlagen hin-ter dem Westen.
Ein wenig verfälscht werden diese Statistiken durch den Umstand, dass die Anmeldungen dort gezählt werden, wo der Anmelder seinen Sitz hat, nicht dort, wo der Erfinder sitzt. So werden alle Patente des Siemens-Konzerns in München angemeldet, selbst wenn sie irgendwo anders in Deutschland erfunden wurden.
Patente gegenüber Wohlstand
Setzt man diese Statistiken, sowohl die europäische als auch die deutsche, ins Verhältnis zum jeweiligen Wohlstand in den Nationen bzw. Bundesländern, dann ergibt sich ein gewisses Bild, das da wie folgt aussieht: Dort, wo viel erfunden wird, herrscht hoher Wohlstand.
Passt diese Schlussfolgerung auch noch, wenn man sich auf die Ebene von Firmen begibt? Schauen wir uns dazu die größten deutschen Patentanmelder (Angaben des Deutschen Patentamtes für 2005) und ihre Jahresumsätze 2007 an:
| Siemens | 2398 | 75 Mrd. EUR |
| Bosch | 2149 | 45 Mrd. EUR |
| Daimler-Benz | 1899 | 100 Mrd. EUR |
| Infineon | 1448 | 8 Mrd. EUR |
| Volkswagen | 859 | 108 Mrd. EUR |
Zunächst erscheint es so, dass die Patentanmeldungen nicht gut mit den Umsätzen einherge-hen. Und natürlich gibt es hier wie bei den Nationen und den Bundesländern gewisse Abwei-chungen, da manche Regionen vielleicht gut vom Handel leben und daher mit Patenten und Erfindungen nicht viel am Hut haben. Stellt man sich aber diesen Konzernen einige kleinere Firmen gegenüber vor, die mit wenigen Millionen Euro Umsatz nur ein oder kein Patent an-gemeldet haben, so relativieren sich die Ausschläge innerhalb der obigen Spitzengruppe ein wenig und man sieht auch hier den gewissen Zusammenhang: Dort, wo viel erfunden wird, herrscht hoher Wohlstand.
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