
Was die deutschen Firmen und freien Erfinder laufend entwickeln, übertrifft in Anzahl und Bedeutung gewöhnlich immer noch den Rest der Welt. Eine Übersicht immer noch regen Schaffensgeistes.
Zugegeben, es ist heute nicht mehr die Erfindung des Rades oder des Autos, die allermeisten ganz umwälzenden Technologien sind bereits erfunden - obwohl die Teleportation, das "Beamen", und die Levitation, das freie Schweben, noch dringend gebraucht werden!
Heutige Erfindungen drehen sich meistens um die Verbesserung oder Ergänzung bereits bestehender Techniken. So wurden sehr viele Erfindungen der letzten Jahrzehnte im Bereich der Automobil- und Kommunikationstechnologie gemacht.
Begeben wir uns auf einen Streifzug durch die neuere technische Schaffenskraft in Deutschland.
Mit der neuen Technologie ContiSealTM hat der größte deutsche Reifenhersteller Continental einen Reifen entwickelt, der in der Lage ist, die Laufflächen bei eindringenden "Fremdkörpern bis 5 mm Durchmesser" selbsttätig abzudichten. Dies umfasst laut Conti die meisten der Fälle.
Zweck der neuen Technologie ist zu vermeiden, dass die Fahrt sofort unterbrochen werden muss: "Die Abdichtung schützt vor einem Druckverlust im Reifen und bleibt auch dann erhalten, wenn der Fremdkörper wieder herausgeschleudert wird. Die Fahrt muss also nicht sofort für einen Reifenwechsel unterbrochen werden, sondern kann zunächst fortgesetzt werden. Ein Reifenspezialist muss jedoch umgehend untersuchen, ob der Reifen repariert werden kann."
Siemens hat Ende 2008 als deutsches Patent ein Hörgerät veröffentlicht, das eine noch weiter verkleinerte Antenne besitzt.
Die Firma schreibt dazu: "Die Erfindung betrifft die Miniaturisierung von Hochfrequenz- Antennen in Hörgeräten. Diese sind in Hörgeräten vorgesehen, um draht- und kontaktlos Energie und/oder Daten an das Hörgerät zu übertragen. Die Erfindung schlägt hierzu ein Hörgerät vor, bei dem die Hochfrequenz-Antenne im Material des Gehäuses oder an dem Gehäuse als elektrisch leitende Schicht ausgebildet ist. Durch das Anbringen einer aus einer leitenden Schicht gebildeten Spule an das Gehäuse des Hörgerätes bzw. deren Integration in ein Gehäuse kann das Gesamtvolumen eines Hörgeräts weiter verkleinert werden. Für manche Hörgeräte wird hierdurch erst die Möglichkeit eröffnet, ein HF-System zu integrieren."
Mercedes hat es als erste Firma geschafft, die kraftvollen Akkus der Lithium-Ionen-Kategorie, die man sonst vor allem von neueren Mobiltelefonen und Notebooks kennt, für Automotoren aufzubereiten. In Hybridfahrzeugen (Strom und Benzin kombiniert) oder reinen Elektrofahrzeugen löst dies das Problem der bislang üblichen Nickel-Metall-Hybrid-Akkus: sie machen zu schnell schlapp.
Die Li-Io-Akkus haben jedoch ihrerseits das Problem heißzulaufen, was die Mercedes-Techniker jedoch durch einen Kühlkreislauf gelöst haben, der die Temperatur zwischen 15° und 35° C hält.
Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum umweltfreundlichen Straßenverkehr gemacht.
Wiederum die Techniker von Mercedes-Benz haben eine Methode entwickelt, die allseits beliebte Servolenkung weniger kompliziert und aufwändig zu machen. Wem jemals diese Unterstützung beim Einparken ausgefallen ist, der weiß, wie angenehm es ist sie zu haben.
Bei höheren Geschwindigkeiten darf allerdings die Lenkwirkung nicht mehr so stark sein, sonst könnte man das Auto mit einer zu heftigen Lenkbewegung vielleicht verreißen. Also muss mit steigender Geschwindigkeit die Übersetzung zwischen Lenkstange und Rädern zurückgenommen werden.
Um beides hinzubekommen, verwenden viele Hersteller ein kompliziertes System aus elektrischen und hydraulischen Stelleinheiten. Mercedes-Benz hat jetzt mit einer "Direktlenkung" genannten Neuerung dieses Problem erstaunlich vereinfacht
Mit einer variablen Verschränkung der Zahnstange wird jetzt auf verblüffend einfache Weise die ganze komplizierte bisherige Lösung weggelassen.
Wie die Autofachseite atz-online schreibt: "Fahrversuche mit Endkunden haben ergeben, dass der für das Durchfahren des VDA-Ausweichtests notwendige Lenkradwinkelbedarf um mehr als 20 Prozent abnimmt. Während der maximale Lenkradeinschlag ohne Direktlenkung 165 Grad beträgt, beträgt der Wert mit Direktlenkung 130 Grad. Im realen Verkehr muss der Fahrer kaum noch Übergreifen, um das Fahrzeug auf dem gewünschten Kurs zu halten. Nach Aussagen von Mercedes ergaben die Tests außerdem, dass "Normalfahrer" die Reproduzierbarkeit der Direktlenkung schätzen - jeder Lenkradwinkel korrespondiert mit einem festen Lenkradius."
Man kennt das manchmal aus Krimis oder Agentenfilmen: Um in der entstehenden Panik entkommen zu können, löst jemand einen Feueralarm in einem Hotel oder einem öffentlichen Gebäude aus.
Siemens hat gerade Ende 2008 als europäisches Patent einen manipulationssicheren Brandmelder anerkannt bekommen und schreibt dazu Folgendes:
"Jeder an der Decke eines baulich begrenzten Raumes befestigte optische Brandmelder, der Streulicht aus dem Außenbereich des Brandmelders empfängt, kann durch großflächige Objekte wie zum Beispiel einer Hand, Putzinstrumente etc. blockiert bzw. derart manipuliert werden. Dies hat zur Folge, dass entweder keine Überwachung einer Brandkenngröße seitens des Brandmelders mehr erfolgen kann oder ein Fehlalarm aufgrund falscher Informationen ausgelöst wird. Die Erfindung schafft nun einen optischen Brandmelder, der durch einfache konstruktive Maßnahmen gegen eine derartige Manipulation geschützt ist."
Die Firma Osram hat Leuchtdioden für den Einsatz als Autoscheinwerfer weiterentwickelt, die nun ohne externe Blenden sehr helles und exakt definiertes Licht liefern.
Osram schreibt dazu: "Die Ostar-Headlamp-LED besitzt einen so genannten Shutter, der direkt in das Glas eingearbeitet ist und das gesamte Licht direkt auf die Straße lenkt. Bisher waren dafür mechanische Blenden nötig, die Licht verschlucken. Die integrierte Lösung ermöglicht eine geringere Einbautiefe, was die Variationsmöglichkeiten der Autohersteller erweitert."
Die schwäbische Firma Bosch ist vor Siemens und Daimler der größte Patentanmelder in Deutschland. Unter diesen vielen Patentanmeldungen gibt es auch den Lichtwellenofen QuantumSpeed, der gleich mehrere Gar- und Bratmethoden kombiniert.
So schreibt Bosch: "Das Geheimnis seiner Schnelligkeit sind die vier integrierten Heizsysteme. So verfügt der Ofen neben einer Mikrowelle mit bis zu 900 Watt über einen Quarzgrill mit Halogenlicht und zusätzlich über einen konventionellen Flächenheizkörper. Ihre "Teamarbeit" macht's! Die Mikrowelle sorgt für die Erwärmung von Innen und erreicht eine maximale Tiefenwirkung beim Garen und Auftauen. Der Quarzgrill und das Halogenlicht liefern sofortige Wärme für ein schnelles Aufheizen beim Durchgaren und Anbräunen. Und der Flächenheizkörper garantiert knusprige Bräune - natürlich nur, wenn Sie es wünschen. Denn jede Heizart lässt sich individuell zu- oder abschalten."
Als Vergleichsbeispiel für die höhere Geschwindigkeit, hier die Werte für einen Kartoffelauflauf (600g):
bisher: 35 Min.
mit QuantumSpeed: 13 Min.
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